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Der Punk

In Kreuzberg, Berlins wilder Meile,

da schlendert er, hat keine Eile.

Das Haar gestylt zum Hahnenkamm,

das Hemd aus Blech, die Jeans voll Schlamm.

Und seine Haut ist ungeniert

mit Bilderrätseln tätowiert.

Verächtlich blickt er geradeaus:

"Normalos" -denkt er und spuckt aus.

Und an den Stiefeln trägt er Sporen-

ein Bürgerschreck- doch hier geboren.

Ich schaue aus den Augenwinkeln-

seh ihn jetzt an `ner Hauswand pinkeln.

Doch was ist das, ich steh erstarrt,

als hätt ein Trugbild mich genarrt.

Der Kerl hält doch, fast glaub ich`s nicht-

sich eine Ratte ans Gesicht.

Die schaut mit Augen, schwarz und rund-

ihm ins Gesicht, das kunterbunt,

blau- weiß und rot geschminkt sich zeigt,

worauf sie auf die Schulter steigt.

Sie beisselt zart an seinem Ohr

und sieht nur ihn, so kommt`s mir vor.

Jetzt überwind ich meine Scheu

und sprech ihn an, bleib mir doch treu,

sag "werter Herr- verzeihen Sie"-

ein schön`res Tier sah ich noch nie.

Verachtung steht ihm im Gesicht

"Du Blödmann, weißt Du wirklich nicht-

dass Ratten, weil sie klug und schön,

sich mit uns Menschen gut verstehen?"

Ich bin verwirrt, auch leicht gekränkt,

das "Blödmann" denk ich, ist geschenkt.

Jedoch die Worte "klug und schön",

die kann ich wirklich gut verstehen.

Ich seh`s genauso, schon seit Jahren,

hab Rattenliebe selbst erfahren.

So staun ich und mir wird jetzt klar-

dass unter grün gefärbten Haar-

Gedanken sind, die ich versteh`-

wo ich sonst nur das Äußere seh.